Was ist MCP eigentlich?
Model Context Protocol ohne Marketing-Sprech erklärt. Was es löst, was nicht, und wann stdio HTTP schlägt.
MCP ist ein Wire-Level-Protokoll. Das ist die ganze Antwort, und die ganze Verwirrung.
Ich habe im Februar 2026 angefangen MCP-Server zu bauen. Die offiziellen Docs reden von "Tools, Prompts, Resources" als wären das drei gleichwertige Konzepte. Nach 56 Tools in sechs Servern sage ich dir die Wahrheit: Tools sind 95 % vom Wert. Prompts und Resources sind nett. Tools sind das was das Modell handeln lässt.
Ein Tool in MCP ist ein JSON-RPC-Endpoint mit typisiertem Schema. Das Modell sieht das Schema, entscheidet zu callen, schickt Argumente, bekommt eine Antwort. Das ist der ganze Mechanismus. Alles andere, Transport, Auth, Discovery, Multi-Tenancy, wickelt sich um diesen einen Mechanismus.
Was die Docs nicht sagen: MCP kümmert sich nicht um Latenz. Das Protokoll geht davon aus dass du lokal oder auf einer schnellen Verbindung bist. Wenn du MCP auf eine langsame Remote-API draufstanzt, sitzt das Modell und wartet, der User kriegt eine träge Antwort. Habe ich auf die harte Tour gelernt als ich eine public REST-API ohne Cache hinter MCP gewickelt habe.
Wann MCP gewinnt: du hast eine strukturierte Action-Surface (ein CRM, einen Memory-Store, eine Video-Pipeline), das Modell soll die Action aufrufen, du willst Typ-Sicherheit auf den Argumenten. Wann MCP verliert: du willst nur dass das Modell ein Dokument liest. Dafür gibt's llms.txt. MCP ist für Verben, llms.txt ist für Substantive.
Die Repos in meinem Hub die das zeigen: local-memory-mcp wickelt SQLite + FTS5 plus Knowledge-Graph hinter 13 Tools. mcp-personal-suite wickelt Email, Kalender, Messaging und vier weitere Domänen hinter 49 Tools. mcp-video wickelt ffmpeg plus Playwright hinter 8 Tools. Jedes ist eine Domäne als MCP-Verben ausgedrückt, mehr nicht.
Wenn du eine Sache mitnimmst: MCP ist der Mechanismus mit dem dein Modell auf einer Domäne handelt. Domäne zuerst, Verben dann, Transport zuletzt.